Vorneweg, ich kenne die Dynamik bzw. den typischen Spieler in den Micros nicht mehr

, deswegen kann es sein, dass ich manches falsch einschätze.
Zur Hand 1:
preflop: mit etwas mehr als 10BBs ist man generell mehr oder weniger in der Push-Or-Fold-Zone. Hier ist für Dich natürlich die bequeme Wahl zwischen Freeplay und Pushen. Wenn ich pushe, möchte ich natürlich auch eine Chance haben, den anderen fertig zu machen. 22 wäre mir da zu wenig/risikoreich (ist ja gegen nichts bis auf vielleicht A2 überhaupt Favorit), so dass ich irgendwann mir selber die Regel aufgestellt habe, readless ab PP 2+Anzahl Limper+Bauchgefühl drüber zu pushen, hier also in Deiner Situation ab 44/55 an. Lange Rede, kurzer Sinn, da würde ich mir auch das Freeplay gönnen.
Flop: Nur niedrige Karten, plus Du hast etwas (Paar+Draw), plus eine Freikarte hilft meistens eher Villain als Dir (weil meistens hat er 2 Overcards), würde ich auch anspielen. Über die Größe kann man sich streiten, ich denke alles zwischen t100-t200 ist vertretbar.
Turn: analog
River: Push ist schlecht. Warum? Es zahlen nicht allzuviele schlechtere Hände, vielleicht ein paar Ax und es foldet fast keine bessere. Also Bet weder für Value noch für Bluff, noch für Protection (geht auf River ja nicht). Ich denke, Du hast statt dessen 2 Optionen: check/entscheiden (mit zugegebenermassen schweren Entscheidung) oder kombinierte block-valuebet/fold. Letzteres ist eine Blockbet (was an sich langfristig kein gutes spieltheoretisches Konzept ist), welche aber auch noch von schlechteren Händen gecallt wird (hier von vielen Ax). Ist gerade gegen unbekannte Gegner im Micro/Small-MTT-Bereich oftmals recht hilfreich. Also konkret etwa t300 anspielen und folden gg jeglichen Widerstand. (Achtung: gg sehr aggressive Spieler kann das ein Bumerang sein, wenn die trotz allem auf die Idee kommen zu bluffen)
zu Hand2: 77 ist kein kleines Pocketpaar, das ist schon eine starke Hand, zumindestens aus der Position. Wenn Du damit aus EP limpst, o.k., aber in der Position ist das halt ein preflop-Raise (für Value, für Protection, um sich den Button zu kaufen und für Initiative). So wie gespielt, musst Du bei 2 Overcards, einem pf-raise und einem K auf dem Board natürlich 'raus.
Ansonsten limping in den Micros mit kleinen PP ist vermutlich o.k. (Ziel: Setmining). Früher hat man nur so gespielt. Langfristig open-raised oder open-foldet man sie (weil limping nunmal a) dem Aggressionsprinzip widerspricht, b) aufschluß über Deine Handstärke gibt, c) wenn Du das vermeidest Du viel zu viel Energie für eine kleine, unbedeutende pf-Entscheidung gibst). Nur solltest Du halt kleine PP nicht mit schon starken verwechseln. Auch da kannst Du wieder so eine PI-mal-Daumen-Regel anwenden, z.B. 2+Anzahl Spieler hinter Dir (ich persönlich zähle ab BU>=22,CO>=33,... usw. als stark an, würde allerdings in einem $1-Turnier auch noch 22 von BU limpen, 44 aber schon nicht mehr).
Mitlimpen (nach schon 1 oder 2 Limper) von kleinen PP ist wie schon gesagt, dagegen meist Standard.