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Originally Posted by Ozzinho
Mir daraus jetzt irgendeine Politikverdrossenheit vorzuwerfen ist absurd.
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Ich werfe dir nichts persönlich vor. Ich mache mir heute selbst diesen Vorwurf, dass ich solange geschlafen und nicht genau verfolgt habe, was da in den letzen Jahren bis heute wirklich passiert ist. Je mehr ich mich dafür interessiere, umso mehr wird mir klar, wie sehr da derzeit die Kacke am dampfen ist und dass etwas gegen eine Zockerbande unternommen werden muss. Das erinnert mich tatsächlich auch an die Frage, die ich in jungen Jahren natürlich auch mal meinen Vater gestellt habe. "Warum habt ihr damals nichts gegen Hitler unternommen?"
Ich versuch das Thema mal ein wenig anders abzurunden:
Es war die sozialdemokratisch-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder, Finanzminister Hans Eichel und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, die die Hedgefonds in Deutschland salonfähig gemacht haben: Bis 2004 waren Hedgefonds in Deutschland nicht zum öffentlichen Handel zugelassen. Erst das Investment-Modernisierungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat, veränderte die Situation. Die Schmuddelkinder der Finanzwirtschaft durften in die gute Stube.
Die Lobby-Einflüsse, die damals eine Rolle spielten, sind
hier nachgewiesen.
Ein Video, das mich sehr nachdenklich machte:
Schuldenerlass UNMÖGLICH: Josef Ackermann will nicht so enden wie Herrhausen
29.04.2010:
Griechenland am Abgrund - Köhler Abrechnung mit dem Finanzkapitalismus
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Zitat: Ex-Bundespräsident Horst Köhler 29. April 2010 (vier Wochen vor seinem Rücktritt):
“Die Praxis des heute vorherrschenden Finanzkapitalismus kann jedenfalls für uns kein Leitbild sein. Er ist sich selbst genug. Er operiert vor allem mit Wetten und Schulden. Er steigert seine eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt. Die aktuelle Krise zeigt ein Muster, das nicht akzeptabel ist – die Gewinne haben wenige gemacht, die Verluste muss die Allgemeinheit tragen. Es gibt ein besseres Leitbild.
Ralf Dahrendorf hat darauf schon vor 25 Jahren hingewiesen. Er hat zwischen “Pumpkapitalismus” und “Sparkapitalismus” unterschieden. Sparkapitalismus heißt dauerhafte Werte schaffen, statt Wetten einzugehen, heißt reale Güter und Dienstleistungen finanzieren, statt virtuelle Finanzpyramiden aufzubauen. Im Sparkapitalismus dominieren nicht das Kurzfristdenken und die Spekulation, sondern die realwirtschaftliche Investition und ein Eigentum, das sich in Verantwortung bindet. Da ist man an einem stabilen Geldwert interessiert und bringt allen Respekt entgegen, die Geld zurücklegen und damit für die Zukunft vorsorgen. Eine Wirtschaft nach diesem Leitbild verbessert die Lebensbedingungen Aller. Sie zielt auf nachhaltigen Wohlstand für Alle. Einer Wirtschaft mit diesem Leitbild haben auch die Finanzmärkte zu dienen. Sie sollen als vertrauenswürdiger Mittler zwischen Sparer und Investoren treten, statt alles in Gefahr zu bringen. Diese dienende Rolle ist die eigentliche Existenzberechtigung der Finanzmärkte, und sie darauf festzulegen muss das zentrale Ziel der Neuordnung der Finanzmärkte sein. Die Politik muss ihr Primat über die Finanzmärkte zurückgewinnen. Sie hat den Interessen der Finanzmarktakteure zu viel Raum ohne Regeln überlassen. Das war ein Grund dafür, dass die Finanzkrise überhaupt entstehen konnte. Und es hat dazu geführt, dass der Staat in der Finanzkrise erpressbar war – und es bis heute ist. So etwas darf sich nicht wiederholen. Das gebietet einfache und harte Regeln für die “Finanzindustrie”. Sie muss Grenzen gesetzt bekommen, damit Freiheit sich nicht selbst zerstört.”
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Es waren insbesondere Hedgefonds und Investment-Banken, die eine Woche nach der Rede von Horst Köhler einen Großangriff auf den Euro starteten:
Null-Ethik-Linie in der "Finanzindustrie"
Drei Wochen später (Ende Mai 2010) ist dann Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetrenten.
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Hans-Olaf Henkel sieht einen Bezug von Köhlers Rücktritt zur Euro-Krise und der Einrichtung des Europäischen Stabilisierungsmechanismus. Henkel erklärte Anfang Juni in der ARD-Talkrunde bei Sandra Maischberger über dieses Programm: „Da ist ja wirklich was passiert, man muss es ja fast einen Putsch nennen.“ Es sei „am Morgen durch den Bundestag, am Nachmittag durch den Bundesrat gejagt worden, und am nächsten Tag – vielleicht musste – der Bundespräsident das schon unterschreiben“. Das „wäre der einzig akzeptable Grund für einen Rücktritt“.
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22.08.2011:
Der Tagesspiegel: Die Welt ist aus den Fugen
Ein paar Kommentare von
Max Otte, angesehener Börsenexperte und Professor an der Uni Graz:
Max Otte: „Die Euro-Rettung ist Demagogie!“
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Eine „Euro-Krise“ gibt es ... nicht. Es wird hier ein riesiger Etikettenschwindel betrieben. Dieses schändliche Spiel gilt es zu stoppen. Denn die ständigen Aufrufe von Merkel, Juncker & Co., den Euro oder Griechenland oder Europa zu retten, sind politische Lügen.
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Es profitieren weder Europa noch die griechischen Bürger oder die Bevölkerung der Geberländer wie Deutschland von den Abermilliarden an Euro, die hier wieder lockergemacht werden. Es profitieren allein die Banken, die sich diesmal mit griechischen Anleihen verzockt haben. Also noch mal: Wir haben keine Euro-Krise. Es gibt eine neue Bankenkrise.
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Private Gläubiger sind Banken und Finanzdienstleister – allen voran griechische Banken. Diese sind oft in der Hand griechischer Milliardäre und Oligarchen. Das sind die Akteure, die wir „retten“. Und freiwillig werden die nicht auf ihr Geld verzichten.
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05.12.2011:
Max Otte: „Stoppt das Euro-Desaster!
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Warum ausgerechnet Griechenland? Es handelt sich um einen Peripheriestaat, der lediglich zwei Prozent zur Wirtschaftsleistung der Eurozone beiträgt, von strukturellen Problemen wie hoher Korruption und fehlender Infrastruktur geplagt wird, und darum eigentlich keine tragende Säule der europäischen Wirtschaft ist. Warum also wird das Mittelmeerland zur Schicksalsfrage für ganz Europa hochstilisiert und soll mit aller Macht gerettet werden?
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Nutznießer der sogenannten Rettungspakete seien vielmehr die Investmentbanken und Superreiche, die sich mit griechischen Staatsanleihen verspekuliert hätten.
Eine geordnete Insolvenz für Griechenland würde erstmals eine massive Beteiligung privater Spekulanten und Banken erzwingen .... Statt die Athener Regierung weiter den Schuldenberg hinaufzutreiben, solle ein Teil der griechischen Schulden gestrichen werden. Das Land müsse dann aus dem Euro aussteigen und könne mit einer wesentlich schwächeren Währung und ohne Schulden eine Sanierung seiner Wirtschaft versuchen. Einen ähnlichen Kurs schlugen in der Vergangenheit bereits etliche Staaten Lateinamerikas ein, zuletzt Argentinien 2001.
... Die von Deutschland und anderen Nordländern garantierten billigen Kredite hätten in den PIGS-Staaten (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien) zu einer fantastischen Spekulationsblase von fehlgeleiteten Immobilieninvestitionen und ungedeckten Konsumschulden geführt.
Als Ursache für die skizzierte Fehlentwicklung sieht der Autor die "Finanzoligarchie" aus Investmentbanken, Hedgefonds und Ratingagenturen. Diese "dominierende zivile Weltmacht" hätte Verbindungen in die höchsten Kreise der Politik und in den vergangenen Jahrzehnten Bedingungen für die persönliche Bereicherung ihrer Führungsfiguren auf Kosten der Allgemeinheit geschaffen.
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Grieche klagt gegen Griechenhilfe
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Dimitris Antoniou hat Griechenlands gesamte politische Führungsschicht angezeigt. Ihre Zustimmung zu Reformen im Gegenzug für Finanzhilfen hält der Chirurg für Hochverrat und "Versklavung"
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