|
|
| Deutsch powered by PokerOlymp.de |
06-07-2011, 02:57 PM
|
#91
|
|
old hand
Join Date: May 2008
Posts: 1,691
|
Re: Poker und Strafrecht
Quote:
Originally Posted by Sharkhunter2005
@ McS
Definiere doch bitte einmal den Begriff "Berufsspieler".
Den gibt es nach meinem Verständnis nicht, da Spielgewinne keiner Einkommensart aus Zinsen, selbst- oder unselbstständiger Arbeit gleichgestellt sind.
Es kann nur jemand sein, der es sich aufgrund seines Vermögens leisten kann oder sich entschieden hat, in einem Graubereich zu leben.
|
Es gibt keine Berufsspieler. Zumindest keine, die in Deutschland Steuern zahlen müssen. Solange Hobbyspieler unbehelligt bleiben.
Die Unterscheidung Berufsspieler und Hobbyspieler ist steuerlich nicht relevant. Wenn ein Berufsspieler ein Gewerbe ausführt, dann tut es der Hobbyspieler genauso, eben dann im Nebengewerbe. Beide handeln mit Gewinnerzielungsabsicht und beteiligen sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr. Das hat auch nichts mit Lebensunterhalt verdienen usw. zu tun. Man kann ja genauso gut morgens in einer Tischlerei arbeiten und abends im Callcenter telefonieren, versteuern muss man beides. Selbstverständlich gilt dies beim Pokerspielen genauso, warum auch nicht? Es ist sowieso abenteuerlich, dass nur die Gewinne steuerbar sind, eventuell auflaufende Verluste aber nicht relevant sein sollen!?
Falls mir ein Steuerbescheid ausgestellt wird, werde ich einen Staatsanwalt oder Richter auffindig machen, der mit Pokern Geld gewonnen hat, ihn anzeigen und notfalls bis in die letzte Instanz klagen. Und zwar auf Steuerhinterziehung durch Nichtangabe von Gewinnen aus Nebengewerbe. Spätestens dann fällt das Kartenhaus in sich zusammen. Dann dürften bei der Finanzverwaltung einige Köpfe rollen. Wobei: eine Krähe hackt ja bekanntlich einer anderen kein Auge aus ...
Ist natürlich wie immer nur meine eigene bescheidene Meinung.
|
|
|
06-07-2011, 02:59 PM
|
#92
|
|
centurion
Join Date: Feb 2005
Posts: 185
|
Re: Poker und Strafrecht
@McS
Du hattest an anderer Stelle zum Beitrag eines Rechtsanwaltes verlinkt, es ging um Steuern, er sagte unter anderem, soweit ich weiss, "Poker werde zur Unterhaltung gespielt."
Hoffentlich braucht OP nie rechtsanwaltlichen Beistand, viel verstanden von den wirklich kritischen Punkten hat er in meinen Augen nicht.
@ChePoker
Genau, es gibt keine Berufsspieler. Das Spiel dient der Unterhaltung und Punkt.
Last edited by Sharkhunter2005; 06-07-2011 at 03:04 PM.
|
|
|
06-07-2011, 03:28 PM
|
#93
|
|
Carpal \'Tunnel
Join Date: Jun 2007
Location: A fish rots from the head down.
Posts: 8,226
|
Re: Poker und Strafrecht
Ganz so einfach ist die Betrachtung nicht.
Es gibt Rechtsanwälte, die werden von der Glückspielindustrie bezahlt und die veröffentlichen genau die Meinung, die von der Glückspielindustrie erwünscht ist.
Und von wegen Poker ist nur Unterhaltungsspiel!
Auch ich habe nicht vor, mich immer nur zu unterhalten.
|
|
|
06-07-2011, 03:29 PM
|
#94
|
|
old hand
Join Date: May 2008
Posts: 1,691
|
Re: Poker und Strafrecht
Natürlich gibt es erfolgreiche Spieler, die regelmäßig spielen und langfristige Gewinner sind. Meinetwegen kann man diese Spieler als Berufsspieler bezeichnen. Nur haben diese Spieler keinen Gewerbebetrieb. Zumindest solange die deutschen Steuergesetze die Grundlage sind und nicht der Geltungsdrang und / oder Futterneid einzelner Finanzbeamter. Aber bei der dünnen Beweisgrundlage wird man bei all den Paragraphen mit einem guten Anwalt schon steuerfrei davonkommen, wenn man nur geschickt genug argumentiert. Genug Anregungen gibt es, u.a. im Steuerthread. Das wäre dann der eigentliche Skandal. Die Güte des Anwalts entscheidet über Besteuerung oder Nichtbesteuerung. Dazu sage ich nur: die armen Leute erkannte man schon früher meistens an ihren Zähnen.
|
|
|
06-07-2011, 03:40 PM
|
#95
|
|
centurion
Join Date: Feb 2005
Posts: 185
|
Re: Poker und Strafrecht
Genau.
Die Armen beschäftigen sich allerdings schon mit der Frage, ob es strafrechtlich relevant ist, dass sie für ein paar Hunderter im Monat "Jagd auf Dumme" gemacht haben. Ob diese "Dummen" sich wirklich selbst als dumm sehen, bleibt dahingestellt. Die Sites "schützen diese Fische" vor ihren Pros zum Beispiel dadurch, dass die Pros am Tisch gekennzeichnet sind.
|
|
|
06-07-2011, 03:47 PM
|
#96
|
|
old hand
Join Date: May 2008
Posts: 1,691
|
Re: Poker und Strafrecht
Quote:
Originally Posted by Sharkhunter2005
Genau.
Die Armen beschäftigen sich allerdings schon mit der Frage, ob es strafrechtlich relevant ist, dass sie für ein paar Hunderter im Monat "Jagd auf Dumme" gemacht haben. Ob diese "Dummen" sich wirklich selbst als dumm sehen, bleibt dahingestellt. Die Sites "schützen diese Fische" vor ihren Pros zum Beispiel dadurch, dass die Pros am Tisch gekennzeichnet sind.
|
Poker ist ständig im Fluss. Aus einem Pro wird schnell ein Fisch, aus einem Fisch durchaus mal ein Pro, wobei der zweite Prozess deutlich schwieriger und seltener ist. Dies kann durch einen guten Kartenlauf gelingen, oder weil im Kopf ein Licht angeht. Bei einem nur über 1000 Hände, bei einem anderen über 100 000 Hände. Wo beginnt die statistische Signifikanz, wo endet sie? Nachweisen kann man das alles nicht. Nur dran glauben, oder es eben sein lassen. Beim Lotto sind einige wenige Spieler auch glücklicher als der gemeine Rest. Vielleicht haben sie die richtigen Zahlen ja im Traum gesehen ...
|
|
|
06-07-2011, 03:55 PM
|
#97
|
|
centurion
Join Date: Jul 2010
Location: Nahier
Posts: 111
|
Re: Poker und Strafrecht
Quote:
Originally Posted by chePoker
Natürlich gibt es erfolgreiche Spieler, die regelmäßig spielen und langfristige Gewinner sind. Meinetwegen kann man diese Spieler als Berufsspieler bezeichnen. Nur haben diese Spieler keinen Gewerbebetrieb. Zumindest solange die deutschen Steuergesetze die Grundlage sind und nicht der Geltungsdrang und / oder Futterneid einzelner Finanzbeamter. Aber bei der dünnen Beweisgrundlage wird man bei all den Paragraphen mit einem guten Anwalt schon steuerfrei davonkommen, wenn man nur geschickt genug argumentiert. Genug Anregungen gibt es, u.a. im Steuerthread. Das wäre dann der eigentliche Skandal. Die Güte des Anwalts entscheidet über Besteuerung oder Nichtbesteuerung. Dazu sage ich nur: die armen Leute erkannte man schon früher meistens an ihren Zähnen.
|
ohne dich zu kennen muss ich mal sagen: bravo. ein sehr guter ansatz in der ganzen diskussion und der realität nahekommend. insbesondere die ersten drei sätze von dir. kann da aus eigener erfahrung sprechen. um es mal klar auszudrücken weil hier jeder von: "ich kenne " winningplayer spricht. aus meinem bekantenkreis sind 3! aktuelle spieler die in den letzten beiden jahren auf entsprechenden turnieren ein haufen kohle gezogen haben, ohne von den winnings im onlinecashgame zu reden. und mich wundert nicht, dass alle in uk/ma gemeldet sind.
|
|
|
06-07-2011, 03:58 PM
|
#98
|
|
centurion
Join Date: Feb 2005
Posts: 185
|
Re: Poker und Strafrecht
@chePoker
....und sich noch zusätzlich das Geld für den Lottoschein vom Mund abgesparen müssen und somit Selbstdisziplin gelernt.
|
|
|
06-08-2011, 05:29 AM
|
#99
|
|
Carpal \'Tunnel
Join Date: Jun 2007
Location: A fish rots from the head down.
Posts: 8,226
|
Re: Poker und Strafrecht
Eddy Scharf ist für mich eindeutig Hobby-Spieler! Man nennt ihn nur deshalb Poker Pro, weil er scheinbar professionell Poker spielt und nicht wie ein Anfänger Geld verliert.
Alle seine Gewinne gem. Hendon Mob Liste stammen von Live-Tunieren aus staatlich zugelassen Casinos (überwiegend ausländische!).
Statt am Sonntag morgen in die Kirche zu gehen, ist Eddy über Jahre in seiner Freizeit irgendwo in ein Casino gegangen und hat bei unzähligen Pokerturnieren mitgespielt, soweit er nicht in seinem Hauptberuf als Flugkapitän unterwegs war.
Solche Glücksspielgewinne aus staatlich zugelassenen Casinos können in Deutschland niemals versteuert werden, da sie in der privaten Konsumsphäre angefallen sind. Wenn man Eddy versteuern will, dann muss man alle Leute, die in staatlichen Casinos oder beim staatlichen Lotto gewinnen, genauso versteuern. Am besten aber gleich alle staatlichen Casinos und Lotto-Veranstaltungen dicht machen, weil unser Staat hier versucht, Glückspielgewinne doppelt zu besteuern.
Für mich ist das Steuerverfahren gegen Eddy Scharf rechtswidrig, verfassungswidrig und eigentlich ein ziemlicher Skandal.
Es geht nur um Geld, Gier und Neid. Wie ich bereits sagte, unser Staat ist in manchen Dingen genauso schlimm wie die Maffia. Der einzige Unterschied ist in diesem Fall, dass man wohl keinen Vorsatz zum verwerflichen Handeln unterstellen darf. Einige Leute in unserem Lande wissen einfach nicht was sie tun. Sie haben linke Finger und schräge Ansichten in der Birne. Auf deutsch: Holzköpfe, die einfach nichts dazulernen wollen, aber ständig mit dem Finger auf andere zeigen und vor Gier und Neid rot anlaufen, wenn sie nicht genauso viel verdienen.
|
|
|
06-08-2011, 05:39 AM
|
#100
|
|
Carpal \'Tunnel
Join Date: Apr 2007
Location: fear the beard
Posts: 18,971
|
Re: Poker und Strafrecht
mcs, sharkhunter und chepoker in einem thread, dass ich das noch erleben darf!
|
|
|
06-08-2011, 11:57 AM
|
#101
|
|
Pooh-Bah
Join Date: May 2007
Location: Wien
Posts: 3,780
|
Re: Poker und Strafrecht
Quote:
Originally Posted by McSeafield
Eddy Scharf ist für mich eindeutig Hobby-Spieler! Man nennt ihn nur deshalb Poker Pro, weil er scheinbar professionell Poker spielt und nicht wie ein Anfänger Geld verliert.
|
Eddy Scharf ist sicher kein Hobby-Spieler mehr, sonder ein "öffentlicher" Nebenerwerbs-Spieler und als solcher steuerpflichtig.
|
|
|
06-08-2011, 01:00 PM
|
#102
|
|
Carpal \'Tunnel
Join Date: Jun 2007
Location: A fish rots from the head down.
Posts: 8,226
|
Re: Poker und Strafrecht
Wir reden eigentlich vom Strafrecht. Aber da wir gerade dabei sind. Wer ist in Österreich nicht steuerpflichtig und wer verstößt bei euch nicht gegen das Gesetz?
http://pokerdb.thehendonmob.com/ranking/190
|
|
|
06-08-2011, 01:17 PM
|
#103
|
|
Pooh-Bah
Join Date: May 2007
Location: Wien
Posts: 3,780
|
Re: Poker und Strafrecht
Laut win2day müssen die dortigen Pokergewinne nicht versteuert werden. Das wird aber vermutlich nicht für Berufsspieler gelten.
|
|
|
06-08-2011, 01:25 PM
|
#104
|
|
Carpal \'Tunnel
Join Date: Jun 2007
Location: A fish rots from the head down.
Posts: 8,226
|
Re: Poker und Strafrecht
Also nach deiner Ansicht nach "vermutlich"!!!
Deine Ansicht ist aber nicht maßgeblich, weil österreichisches Steuerrecht fast ähnlich aufgebaut wie bei uns. D.h. Pokergewinne gehören auch in Österreich nicht zum steuerlichen Einkommen. Und eine Besteuerung dieser Einkommen wäre utopisch und gar nicht durchführbar. Auch in Österreich gilt, entweder alle oder keiner. Wenn doch, dann bist auch du Fisch an der Reihe, weil du sicherlich kein Hobbyspieler mehr bist.
|
|
|
06-08-2011, 02:06 PM
|
#105
|
|
Pooh-Bah
Join Date: May 2007
Location: Wien
Posts: 3,780
|
Re: Poker und Strafrecht
Jedenfalls ist meine Ansicht logischer als deine! Einfach weil ein Staat nicht erlauben darf, dass Berufsspieler bei ihrem Einkommen steuerlich gegenüber anderen Berufsgruppen bevorzugt werden.
Wenn nicht alle zahlen dann liegt es daran, dass die Nichtzahler die Steuer hinterziehen.
Es wird aber auch in Österreich keine klare Grenze geben, ab wann wer steuerpflichtig ist.
|
|
|
| Thread Tools |
|
|
| Display Modes |
Linear Mode
|
Posting Rules
|
You may not post new threads
You may not post replies
You may not post attachments
You may not edit your posts
HTML code is Off
|
|
|
All times are GMT -4. The time now is 01:56 AM.
|