Bin gerade dabei meinen (scheinbar nicht enden wollenden) NLH MTT-Downswing mal statistisch zu analysieren.
Da ich gefühlt insbesondere in den mittleren und späten Phasen meiner letzten 700-800 MTTs auf PartyPoker durchschnittlich sehr schlecht gelaufen bin hab ich mal folgende
Auswertung mit HM1 und Excel gemacht:
BB EV Differenz gesamt= 1658,86 (zu wenig gewonnen)
daraus ergibt sich zur Summe der gesamtausgespielten BB eine Abweichung von 8,43 % und zur Summe der tatsächlich gewonnen BB eine Abweichung von 15,14 %
Bei einem durchschnittlichen ABI von 45 $ (lt OPR) bin ich in diesem Zeitraum in etwa Breakeven gelaufen. Gespielt wurden alle Formate. Es konnte auch in dieser Phase einige Turniere gewonnen werden, leider aber immer die mit niedrigeren Buyin
Zur Info:
Gesamt ROI 26 % (15 000 $). Dieser Gewinn wurde aber schon in den ersten 500 Tourneys erspielt bei einem leicht kleinerem ABI.
Wie ist die oben genannten Abweichung bzgl. Varianz und/oder Standardabweichung zu bewerten? Kann man diese anhand dieser Zahlen ermitteln? Bin kein Mathematiker.
Kann man 1658 BB Abweichung bei einem ABI von 45 $ irgendwie in $ beziffern. (vielleicht grob geschätzt?)
Wenn man bedenkt das Turniere in der Regel mit ca. 100 BB gewonnen werden
erscheint mir 1658 Bigblinds doch recht viel.
Unabhängig davon noch ein paar andere "Downswing" Indizien:
AA 0,39 % bei Tourney BB > 150
AA 0,45 % bei Tourney BB < 150
Mit KK in dem oben genannten Zeitraum 136 x Preflop allin, davon 22 x in AA gerannt (16 %)
Mit AA in dem oben genannten Zeitraum 99 x Preflop alliin, davon aber nur 5 x gegen KK ( 5%)
Begonnen hat der Downswing mit dieser Hand:
Danach war nichts mehr wie es war:
Gefühlt ist das alles katastrophal und ich schätze meinen gesamt ROI mindestesn 15 % höher ein. Inbesondere leidet natürlich auch das Spiel und ich bemerke nittige Tendenzen die meinem sowieso relativ tighten Spiel nicht gut tun.
MTTs machen Kopf kaputt!!!
Vielen Dank schon mal für eine Bewertung der Zahlen
Für mich klingt das nicht nach einem Grund zu klagen. ROI ist doch in Ordnung.
Die BB EV Differenz ist auch ziemlich gering (nur 13% unter EV, es gibt genügend Spieler die über deutlich größere Samples 50% oder auch mal 100% unter EV laufen).
Auch die KK AA Statistiken scheinen mir auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich zu sein.
Ich denke es macht wenig Sinn die Auswertung auf die Anzahl der BB zu beziehen die in der Mitte liegen.
Wenn man die All-Ins betrachten will muss man die Turnier-EV berücksichtigen.
Es ist für das Endergebnis relativ unwichtig wie schlecht Du bei einigen Turnieren am Anfang läufst( und dadurch auch viele BB unter EV bist weil die Stacks noch aus vielen BBs bestehen).
Wenn Du in der ersten Hand mit AA gegen KK 150BB verlierst hast Du zwar eine Menge BB zu wenig gewonnen. IN $ ist aber in Wirklichkeit nicht viel passiert Unter 1Buyin als -EV)
Wenn Du aber hingeben am FT mit KK gegen AA 30BB gewinnst hast Du zwar viel weniger BB zu viel gewonnen, aber in $ sieht es ganz anders aus.
HM bietet ja auch eine entsprechende Auswertung an.
Ich denke es macht wenig Sinn die Auswertung auf die Anzahl der BB zu beziehen die in der Mitte liegen.
Wenn man die All-Ins betrachten will muss man die Turnier-EV berücksichtigen.
Es ist für das Endergebnis relativ unwichtig wie schlecht Du bei einigen Turnieren am Anfang läufst( und dadurch auch viele BB unter EV bist weil die Stacks noch aus vielen BBs bestehen).
Wenn Du in der ersten Hand mit AA gegen KK 150BB verlierst hast Du zwar eine Menge BB zu wenig gewonnen. IN $ ist aber in Wirklichkeit nicht viel passiert Unter 1Buyin als -EV)
Wenn Du aber hingeben am FT mit KK gegen AA 30BB gewinnst hast Du zwar viel weniger BB zu viel gewonnen, aber in $ sieht es ganz anders aus.
HM bietet ja auch eine entsprechende Auswertung an.
Danke schon mal für die Einschätzung.
Ich habe ja den Filter Tourney BB > 150 gesetzt um die Anfangsphase auszuschließen d.h. es sind in den 1899 Allin nur Hände inkludiert ab einem Tourney BB von 200 A 20. Ab diesem Zeitpunkt ist das Field oft schon halbiert.
Also jetzt versuch ich mich mal einem Wert anzunähern:
Die 1899 Allins fallen auf einen Durchschnittlichen Torney BB von 1700.
Irgendwo zwischen einem BB von 1000 und 2500 (je nach Format) platzt die Bubble. zu diesem Zeitpunkt sind liegt die Fieldsize bei party bei 13 %. Also gehe ich jetzt mal von einer durchschnittlichen Fieldsize von 12 % aus. Der Durchnschittliche Wert eines Average Stacks läge nun bei ca. 415 $. Gehen wir nun von einem Average Stack von 20 BB aus. Dann ist ein BB ca. 20 $ wert
1658 x 20 $ = 33160 $ WTF!!!
Der Party RNG schuldet mir iseit den letzten 750 Mtts 33160 $
Das macht der nie wieder gut!!!
Vorher zieht der Glücksspielstaatsvertrag und ich kann net mehr bei Party grinden.
Ne mal im Ernst das sind sehr wage Annahmen....
Aus anderen Berechnungen weiß ich das ich zwischen Torney BB 200 und BB 1000 ganz besonders schlecht laufe und ab BB 1000 nicht mehr ganz so schlecht. Dh. den durschnittlichen Wert eines BB könnte ich also auf 15 $ setzen dann wäre wir noch bei 24870 $
Wenn ich noch die ersten 500 MTTs nach Accounteröffnung dazurechne bei denen ich insgesamt leicht +EV gelaufenbin, liege ich vielleicht noch so bei grob geschätzten. 15 - 20 K $ unter EV
Was für eine Funktion soll es denn da beim HM 1 geben?
Die Equity in $ rechnet der doch nur für SNGs aus oder?
In diesem Sinne: ( Sonntag 200 K Gtd.finished 11th)
Du kannst beweisen nix. Mit einer Sample-Size von nur 1899 all-in Pokerhänden ist das imo sowieso nicht möglich.
Da kannst du fühlen, Bad Beats haben, verlieren oder fluchen wie du willst.
Wenn du etwas beweisen willst, dann musst du sehr systematisch vorgehen und einen Signifikanztest im voraus planen, nicht nachträglich gezielt nach bestimmten Kategorien suchen, in denen es zufällig bestimmte Auffälligkeiten gab. Mit einer sample size von 1899 kannst du geschätzt etwa 10 bis 15 unterschiedliche Kategorien haben. Dabei ist zu erwarten, dass es in jeder Kategorie bestimmte Abweichungen vom Erwartungswert gibt. Wenn du dann in einer Kategorie eine auffällige statistische Abweichung hast, sagen wir eine Abweichung von >3 Standardabweichungen vom Erwartungswert, dann musst du den gesamten Test unter gleichen Bedingungen wiederholen und nachsehen, ob sich die Auffälligkeit ähnlich wiederholt.
Welchem Zweck dient diese "Downswing-Analyse"? Wäre es nicht sinnvoller stattdessen mit dem selben Aufwand an der Verbesserung des eigenen Spiels zu arbeiten? Zu wissen wie viel genau Du unter EV läufst bringt Dich keinen Schritt nach vorne imo.
Nach deiner Meinung zu meinem Post hat dich OP nicht gefragt.
Zu OP habe ich kurz und bündig gesagt wie es ist. Wenn es in diesem Zusammenhang etwas zu beweisen gäbe, hätten es ich und andere schon längst getan. Auch du kannst nichts beweisen, auch das Gegenteil nicht. Du kannst nur glauben, ich nicht.
Und wenn ich PP wäre, könnte mir auch niemand etwas beweisen. Das habe ich bereits nach 4 Wochen Online-Poker begriffen.
Nette Statistik mit -568.500$ Winnings, die ein Beispiel zeigt, das OP auch nicht weiterbringt.
Wenn man statistisch etwas beweisen will, muss man das Ding (meinetwegen mit Hilfe der dargestellten Formeln) auf konkrete, genau definierte Wahrscheinlichkeitsräume beziehen, in denen es eindeutige Erwartungswerte gibt. Es kann also nicht interessieren, wieviel BB man zufällig insgesamt gewonnen oder verloren hat. Viel interessanter ist für OP der Bezug auf konkrete genau definierte Fall-Konstellationen.
Wieviel bb hat er am Flop mit AA, ... , 22, AK, ... AJ, KQ, ... usw. gegen einen oder mehrere Gegner all-in gestellt und wieviel hat er dabei gewonnen? Was war statistisch zu erwarten? Dann kann er versuchen, für jede Fallkonstellation die Abweichungen vom Soll-Wert noch detaillierter (meinetwegen nach early oder late Position, frühen und späteren Turnierphasen, sowie nach Höhe der unterschiedlichen buy-ins usw.) zu analysieren. Mit 1899 all-in Hands kommt er imo bei einer solchen Analyse nicht zu konkreten Aussageinhalten und bei der nächsten Stichprobe wird es vermutlich wieder total anders aussehen.
Tatsächlich wird man bei einer sample-size von 2000 all-ins immer irgendwelche aussergewöhnlichen Abweichungen feststellen können (rückwirkend betrachtet sowieso). Man braucht mehrere solcher Stichproben unter gleichen Bedingungen mit konkrenten, im voraus definierten Fallkonstellationen, um statistisch etwas aussagen oder beweisen zu können. Konkret, man braucht für einen Signifikanztest einen Plan, der vor Durchführung der Stichprobe genau definiert sein muss. Alles andere ist aus statistischer Sicht Nonsense.
Du kannst beweisen nix. Mit einer Sample-Size von nur 1899 all-in Pokerhänden ist das imo sowieso nicht möglich.
Da kannst du fühlen, Bad Beats haben, verlieren oder fluchen wie du willst.
Wenn du etwas beweisen willst, dann musst du sehr systematisch vorgehen und einen Signifikanztest im voraus planen, nicht nachträglich gezielt nach bestimmten Kategorien suchen, in denen es zufällig bestimmte Auffälligkeiten gab. Mit einer sample size von 1899 kannst du geschätzt etwa 10 bis 15 unterschiedliche Kategorien haben. Dabei ist zu erwarten, dass es in jeder Kategorie bestimmte Abweichungen vom Erwartungswert gibt. Wenn du dann in einer Kategorie eine auffällige statistische Abweichung hast, sagen wir eine Abweichung von >3 Standardabweichungen vom Erwartungswert, dann musst du den gesamten Test unter gleichen Bedingungen wiederholen und nachsehen, ob sich die Auffälligkeit ähnlich wiederholt.
Eigentlich wollte ich mit diesem Thread keine neue Rigged Debatte lostreten sondern lediglich eine Einschätzung erhalten ob das nun eine Extremabweichung ist oder z. B. andere MTT-Grinder diese Abweichungen bestätigen können und als normalen Swing bezeichnen würden.
Das ich natürlich in meiner Zeit Onlinepokerspieler nicht immer ganz frei von "Rigged-Gedanken" war und manchmal auch noch bin ist ein anderes Thema.
Erfarungswerte wie "Upswing nach Accounteröffnung" und "Downswing nach Cashout" habe ich nunmal in den letzten 6 Jahren wiederholt gemacht. Es gibt aber sicher genauso genügend Gegenargumente die irgend eine Riggedness unwahrscheinlich machen.
Vielmehr nagen über 700 MTTs breakeven ein wenig an den Nerven und lassen einen an dem eigenen Spiel zweifeln, was sich wiederum dann tatsächlich auf das eigene Spiel auswirkt.
Wenn man nun einen Analyse macht die einem bestätigt das man in diesem Zeitraum doch sehr unglücklich war gibt das einem zumindest einen kleinen self-confidence boost.
In diesem Sinne:
(Villian spielt diese Hand so was von katastrophal, und es ist gut das solche Spieler auch Ende 2011 noch an den Tischen sitzen)
Aus meiner Sicht kann es ein ganz normaler Swing sein, so merkwürdig oder unwahrscheinlich einzelne Hände auch sein mögen. Muss es aber nicht! Es kann auch sein, dass du etwas falsch machst (du möglicherweise in Anbetracht deiner Gegner eine zu geringe FE hast) und es kann auch sein, dass tatsächlich etwas anderes falsch läuft. Ich habe allerdings bislang nichts anderes gemacht, als dir deine "mathematische Frage Varianz/Standardabweichung)" zu beantworten.
Das Thema tangiert nicht nur das Online-Poker ist rigged Thema, sondern vor allem auch den Streit "Poker = Geschicklichkeitsspiel?". Genausowenig wie ich akzeptieren kann, dass einzelne Spieler, die nach Durchlaufen eines zufallsbedingten Selektionsprozesses einen hohen Gewinnen erzielt haben, bereits als Geschicklichkeitsspieler angesehen werden (und ihre Gewinne deshalb versteuern müssten), kann ich akzeptieren, dass nur Spieler, die schlecht abgeschnitten haben, ein Glückspiel betreiben, pokertechnisch nichts können oder bereits aufgrund eines schlechten Laufs die Feststellung getroffen wird, dass Online-Poker rigged ist.
Die Wahrheit kann man mit statistischen Methoden allerdings sehr gut beantworten, wenn man ausreichende Information hat. Tatsächlich hat es mit diesen Methoden aber noch niemand geschafft, nachzuweisen, daß Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist. Genausowenig hat es bislang (bis auf sehr wenige Ausnahmen) jemand geschafft, nachzuweisen, dass Online-Poker rigged ist.
Alle diese Fragen werden sehr gut in diesem Thread beantwortet, der nachwievor (seit fast 3 Jahren) in den Top-Charts des Probability-Forums steht.
Du kannst dir ja mal die monthly summaries von Shaundeeb auf OPR anschauen, dann kannst du sehen dass er als einer der besten der Welt der auch noch ein Riesenvolume gespielt hat immer mal wieder Verlustmonate hatte. 2009 z.b. hat er drei Verlustmonate nacheinander bei über 2000 Turnieren.
Welchem Zweck dient diese "Downswing-Analyse"? Wäre es nicht sinnvoller stattdessen mit dem selben Aufwand an der Verbesserung des eigenen Spiels zu arbeiten? Zu wissen wie viel genau Du unter EV läufst bringt Dich keinen Schritt nach vorne imo.
+1
Selbst wenn Du herrausfindest, das Du den größten Seuchenlauf des Jahrhunderts hast bringt dich das nicht weiter, im Gegenteil.
Die negative Grundeinstellung die möglicherweise daraus folgt könnte sich negativ auf Dein Spiel auswirken.